Was ist ein Quartierszentrum?

Jugendhilfeausschuss vom 4. März 2021

22.03.2021, 14:29 Uhr | Roland Müller/RF

Was macht man mit einer "in die Jahre gekommenen Kirche", wenn die Frequentierung seitens der Kirchengemeinde immer geringer ausfällt? Mit dieser Frage hat sich die evangelische Kirchengemeinde Ratheim-Gerderath beschäftigt und einen hervorragenden Ansatz für die Friedenskirche in Ratheim konzipiert.

Unter dem Slogan "Alle unter einem Dach – Leben.Raum.Geben" soll die Ratheimer Friedenskirche zu einem Quartierszentrum mit integriertem Kinder- und Jugendzentrum – erweitert um eine Kindertagesstätte – umgebaut werden. 

Das Quartier soll ein Begegnungszentrum für alle Altersgruppen werden – mit Familienzentrum, offener Kinder- und Jugendeinrichtung, Begegnungsraum und Café – ähnlich einer großen, bunten und vor allem lebendigen Markthalle.

Was passiert bautechnisch?
Die alten Gemeinderäume und das Jugendzentrum werden abgerissen. Auf dem Platz wird eine dreigruppige Kindertagesstätte an die Friedenskirche angebaut und mit einem Küchenbereich mit der Kirche verschränkt. Aus der Kita führt ein verglaster Gang in den ebenerdigen Bereich der Friedenskirche, in dem die allgemeinen Räume des Quartierszentrums ihren Platz finden. (siehe Entwurfsplanungen im PDF-Download unten)

Die voraussichtlichen Kosten für die 65 Kitaplätze belaufen sich auf circa 2,4 Millionen Euro; die Stadt erwartet einen Landeszuschuss von circa 1,9 Millionen Euro. Zur Finanzierung des Jugendfreizeitheimes bemüht sich die Stadt ebenfalls um einen Landeszuschuss. Sollte dieser zu realisieren sein, wären von den Gesamtkosten in Höhe von 587.000 Euro jeweils circa 160.000 Euro von der Stadt und der Kirchengemeinde zu finanzieren. Die Kosten für das Quartierszentrum in Höhe von ungefähr 775.000 Euro werden in Gänze von der evangelischen Kirche getragen. 

Weitere Themen des Jugendhilfeausschusses waren die jährliche Fortschreibung des Kindergartenbedarfsplans und die weitere Vorgehensweise bezüglich der dauerhaften Sicherung der Schulsozialarbeit in Hückelhoven.

Die einstimmig beschlossene Fortschreibung zeigt, dass der Bedarf an Betreuungsplätzen gerade bei den Kindern unter drei Jahren nach wie vor stark steigend ist. Aus diesem Grund sind neben der in Ratheim geplanten Einrichtung auch zusätzliche Betreuungsplätze in Kleingladbach und Doveren geplant.

Für das Angebot der Schulsozialarbeit erhält die Stadt seit langem Zuschüsse des Landes, da der innere Schulbetrieb in die Zuständigkeit des Landes fällt. Diese Zuschüsse wurden aber immer nur befristet bewilligt. Somit bestand weder für die Schulen noch für die betroffenen Mitarbeiter Planungssicherheit. Deshalb hat die CDU-Fraktion im letzten Jahr beantragt, den Auftrag für die Schulsozialarbeit unabhängig von der Landesförderung langfristig zu vergeben. Die Ausschreibungsbedingungen wurden zwischenzeitlich von der Verwaltung erarbeitet und dem Jugendhilfeausschuss vorgestellt. Dieser beauftragte die Verwaltung einstimmig, die Ausschreibung auf der vorgestellten Grundlage zu veranlassen.

aktualisiert von Daniel Reichling, 22.03.2021, 14:51 Uhr