Schwimmende Photovoltaik

Bauausschuss beginnt Verfahren für ein schwimmendes Solarkraftwerk

02.12.2020, 10:25 Uhr | Thomas Schnelle
Schwimmende Photovoltaikanlage
Schwimmende Photovoltaikanlage

In der Sitzung des Bauausschusses wurde die Ausarbeitung eines Bebauungsplanentwurfes für schwimmende Photovoltaikanlagen auf einen Teil des Sees der Kiesabgrabung Großkünkel beschlossen. 

Seit den 1970er-Jahren werden auf dem Areal von Großkünkel – zwischen der Rur und dem Gewerbegebiet Baal – Kies und Sand abgebaut. Der Großteil der abgebauten Flächen ist zwischenzeitlich renaturiert und mit Wasser gefüllt – also der Natur tatsächlich zurückgegeben. Ein Abschnitt ist im Endstadium der Auskiesung, dort werden noch weitere Arbeiten durchgeführt. Dieser Teil soll für den Bau von schwimmenden Photovoltaikanlagen genutzt werden.

Die schwimmenden Photovoltaikanlagen bieten verschiedene Vorteile: Es müssen keine landwirtschaftlich genutzten Flächen verbraucht werden, zudem wird die direkte Sonneneinstrahlung auf den See gemindert, Verdunstung und Algenwachstum werden reduziert.

Durch das Wasser und die vorhandene Luftdynamik werden die Solarmodule und auch die Kabel permanent gekühlt, was zu einer spürbaren Leistungssteigerung im Vergleich zu anderen Flächen führt. Es soll eine Anlage von 8 bis 13 MWp (Megawattpeak) entstehen.

Das Projekt ist frei finanziert und unterliegt keiner staatlichen Förderung. Mit der Nennleistung von 8 MWp ist im langjährigen Durchschnitt pro Jahr mit 9.600.000 kWh Strom zu rechnen. Legt man einen durchschnittlichen Verbrauch von 4.000 kWh pro Jahr und Haushalt zugrunde, so könnten rechnerisch 2.400 Haushalte mit regenerativem Strom versorgt werden. Dies bedeutet eine Einsparung von 5.760 Tonnen CO2pro Jahr. 

Die CDU Hückelhoven unterstützt derlei Projekte voll und ganz. Wie in Großkünkel wird an einer weiteren Kiesabgrabung im Stadtgebiet in einem Pilotprojekt ein schwimmendes Solarkraftwerk getestet. Diese schwimmenden Erzeuger von regenerativer Energie lassen sich hervorragend in die Landschaft integrieren, soweit sie dabei die Belange des Tier- und Naturschutzes berücksichtigen. Sie helfen der Stadt auf ihrem Weg zu einer besseren Klimabilanz und zu einer klimaneutralen Kommune.

aktualisiert von Daniel Reichling, 02.12.2020, 10:39 Uhr